Rollläden, Jalousien oder Sonnenschutz: Was im Neubau wirklich sinnvoll ist
Außenliegender Sonnenschutz ist für KfW-40-Häuser nicht nur Komfort, sondern Teil des sommerlichen Wärmeschutzes.
Fakten auf einen Blick
- Wirkungsgrad außenliegend: bis zu 80 %
- Wirkungsgrad innenliegend: 15–30 %
- Elektrischer Rollladen pro Fenster: 400–800 €
- Elektrische Außenjalousie pro Fenster: 600–1.200 €
TL;DR
- Außenliegender Sonnenschutz ist effektiver als innenliegender
- KfW-40 und GEG fordern Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes
- Elektrische Rollläden: Bequem, aber Planung vor dem Innenausbau nötig
- Sonnenschutz-Entscheidungen fallen in der Bemusterung
- Kosten: Elektrische Rollläden pro Fenster ca. 400–800 €
Warum Sonnenschutz beim Neubau wichtig ist
Ein gut gedämmtes Haus, das im Winter Wärme hält, kann im Sommer zum Problem werden: Die Sonne heizt durch die Glasflächen auf — und die gute Dämmung hält die Wärme dann innen. Ohne wirksamen Sonnenschutz kann ein modernes Fertighaus im Sommer überhitzen.
Thomas Hoffmann erklärt: In der Bemusterung werden auch alle Sonnenschutzentscheidungen getroffen — Rollläden, Jalousien, Klappläden oder kein Sonnenschutz. Das ist eine Entscheidung, die vor dem Innenausbau fallen muss, weil Rollladenführungen und Elektroinstallationen im Rohbau integriert werden.
Außen vs. Innen: Der entscheidende Unterschied
Außenliegender Sonnenschutz (Rollläden, Jalousien, Klappläden, Raffstoren):
- Hält die Sonnenstrahlung vor dem Glas ab
- Verhindert, dass Wärme überhaupt ins Glas eindringt
- Wirkungsgrad: bis zu 80 % der solaren Einstrahlung wird blockiert
- Nachteil: Teurer, anfälliger für Wind
Innenliegender Sonnenschutz (Vorhänge, Plissees, Jalousien innen):
- Sonnenstrahlung trifft bereits auf das Glas — Wärme ist schon im Raum
- Wirkungsgrad: nur 15–30 %
- Günstiger, einfacher nachrüstbar
Was die GEG und KfW fordern
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert einen Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes nach DIN 4108-2. Dieser hängt von Fensterflächenanteil, Orientierung und vorhandenem Sonnenschutz ab.
Passt das zu Ihrem Projekt?
Beschreiben Sie Ihre Situation — unsere Experten geben Ihnen eine individuelle Einschätzung.
Kommt das Haus ohne ausreichenden Sonnenschutz nicht durch diesen Nachweis, muss einer nachträglich integriert werden — deutlich teurer.
Was Elektromotoren kosten
- Elektrischer Rollladen pro Fenster (inkl. Motor): 400–800 €
- Manuelle Rollläden: 200–400 € pro Fenster
- Elektrische Außenjalousie (edler, präziser steuerbar): 600–1.200 € pro Fenster
Für ein Einfamilienhaus mit 12–15 Fenstern: 5.000–12.000 € für vollständig elektrischen Außensonnenschutz.
Empfehlung für die Bemusterung
- Süd- und Westseite: Außenliegender Sonnenschutz dringend empfohlen
- Nord- und Ostseite: Weniger kritisch
- Elektrisch vs. manuell: Elektrisch bequemer, aber Vorinstallation nötig
- Smart-Home-Anbindung: Automatischer Sonnenschutz (Windsensor, Sonnensensor) nur mit Vorbereitung im Rohbau
Häufige Fragen
Brauche ich beim Neubau zwingend Rollläden?
Nicht zwingend, aber der GEG-Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes muss erfüllt werden. Ohne Rollläden müssen andere Maßnahmen den Sonnenschutz sicherstellen — z.B. feststehende Verschattung oder kleinere Fensterflächen.
Kann ich Rollläden später nachrüsten?
Manuelle Rollläden ja, mit einigem Aufwand. Elektrische Rollläden nachträglich nachrüsten ist aufwendiger — die Leerrohre für die Kabel müssen idealerweise im Rohbau verlegt sein.
Was ist besser: Rollläden oder Raffstoren?
Raffstoren (Außenjalousien) sind flexibler — sie können Licht einlassen und trotzdem Schatten spenden. Rollläden schließen komplett. Für Wohnräume sind Raffstoren oft angenehmer, für Schlafzimmer Rollläden.