TL;DR
- Elektroentscheidungen günstig nur vor dem Innenausbau möglich
- Steckdosen: Lieber zu viele einplanen als zu wenige
- Wallbox: Im Neubau kostengünstig vorzubereiten (Leerrohr + Sicherung)
- Smart Home: KNX vs. Funk — Neubau bevorzugt KNX oder Hybrid
- Licht: Schaltkreise und Dimmer vorab planen
Das einmalige Fenster: Vor dem Innenausbau
Im Hausbau gibt es eine Phase, in der sich Elektro- und Smart-Home-Entscheidungen noch günstig umsetzen lassen: bevor die Wände geschlossen sind. Sobald Gipskarton oder Putz drauf sind, steigen die Kosten für jede Änderung stark.
Was in der Bemusterung zum Thema Elektro entschieden wird
Thomas Hoffmann beschreibt die Bemusterung als zweitägigen Intensivtermin:
- Steckdosen: Anzahl und Positionen in jedem Raum
- Licht: Decken- vs. Wand-Anschlüsse, Schaltkreise, Dimmer
- Kommunikation: LAN-Anschlüsse (Ethernet), TV-Anschlüsse
- Außenbereich: Steckdosen außen, Beleuchtung, Klingelanlage
- Wallbox/E-Mobilität: Vorbereitungen für Elektroauto-Laden
- Smart Home: Systementscheidung und Umfang
Steckdosen: Mehr ist mehr
Eine der häufigsten Reue-Entscheidungen: zu wenige Steckdosen. Im Nachgang: Schlitze stemmen, Kabel verlegen, verputzen — für manchmal hunderte Euro pro Steckdose.
Faustregel: Doppelsteckdosen statt Einfach, und mehr als man glaubt zu brauchen — besonders in Küche, Homeoffice und Kinderzimmern.
Wallbox: Jetzt vorbereiten, später profitieren
Eine Leerrohrinstallation zur Garage kostet im Neubau nur 300 bis 800 Euro. Nachrüsten im Bestand: 1.500 bis 4.000 Euro.
Smart Home: KNX oder Funk?
KNX (leitungsgebunden)
- Kabel müssen vor dem Innenausbau verlegt werden
- Sehr stabil, herstellerunabhängig, zukunftssicher
- Kosten: ab ca. 8.000–20.000 €
- Ideal für: Viele Räume, komplexe Szenarien
Funk-Systeme (Homematic IP, Matter)
- Nachrüstbar ohne große Kabelinstallation
- Geringere Einstiegskosten
- Ideal für: Selektive Automation, schrittweisen Ausbau
Hybrid: Grundstruktur in KNX, Endgeräte auch per Funk — immer verbreiteter.